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Scrum-Kurs · Kapitel 1 von 4

Scrum Grundlagen

Woher Scrum kommt, was es eigentlich ist, und die Prinzipien dahinter, die es funktionieren lassen.

Eine kurze Geschichte

Scrum entstand Anfang der 1990er-Jahre, als Software-Teams nach einer Alternative zu starren, plangetriebenen Prozessen suchten. 2001 gab das Agile Manifest diesen Ansätzen eine gemeinsame Philosophie, und 2010 wurde die erste Version des offiziellen Scrum Guide veröffentlicht — ein kurzes, kostenloses Dokument, das das Framework so definiert, wie es heute genutzt wird.

Scrum ist bewusst klein gehalten. Das komplette Regelwerk passt auf wenige Seiten. Alles andere — Engineering-Praktiken, Tools, Organigramme — müssen Teams selbst herausfinden, geleitet von Erfahrung.

Was Scrum tatsächlich sagt

"Scrum ist ein Framework, innerhalb dessen Menschen komplexe adaptive Probleme angehen können, während sie produktiv und kreativ Produkte mit dem höchstmöglichen Wert liefern."

Entfernt man die Fachbegriffe, läuft Scrum auf vier einfache Regeln hinaus, die sich wiederholen:

1

Der Product Owner ordnet das Product Backlog nach Wert.

2

Das Team verwandelt eine Auswahl daraus während des Sprints in ein nutzbares Increment.

3

Team und Stakeholder überprüfen das Ergebnis und passen den Plan an.

4

Wiederholen — jeden Sprint.

Die drei Säulen der Empirie

Scrum basiert auf empirischer Prozesskontrolle und Lean Thinking — Entscheidungen beruhen auf Beobachtung und Erfahrung, nicht auf Vorhersagen im Voraus. Das ruht auf drei Säulen:

Transparenz

Wesentliche Aspekte des Prozesses müssen für alle, die für das Ergebnis verantwortlich sind, sichtbar sein — mit einer gemeinsamen Sprache, sodass alle dasselbe Verständnis haben.

Überprüfung

Scrum-Artefakte und der Fortschritt in Richtung Ziel müssen häufig und gewissenhaft überprüft werden, um unerwünschte Abweichungen oder Probleme früh zu erkennen.

Anpassung

Weicht etwas über ein akzeptables Maß hinaus ab, muss so schnell wie möglich angepasst werden — der Prozess, das Produkt oder das Team selbst.

Die fünf Scrum-Werte

Wenn ein Team diese verinnerlicht, werden die Säulen oben erst lebendig.

Commitment (Selbstverpflichtung)

Jede Person verpflichtet sich persönlich, die Ziele des Teams zu erreichen.

Fokus

Alle konzentrieren sich auf die Arbeit des Sprints und die Ziele des Teams.

Offenheit

Team und Stakeholder vereinbaren, offen über alle Arbeit und Herausforderungen zu sein.

Respekt

Teammitglieder respektieren sich gegenseitig als fähige, eigenständige Menschen.

Mut

Das Team hat den Mut, das Richtige zu tun und schwierige Probleme anzupacken.

Das Agile Manifest

2001 veröffentlicht, stehen diese vier Wertepaare hinter Scrum und jedem anderen agilen Framework. Es geht um Prioritäten, nicht um Absolutes — die Dinge auf der rechten Seite zählen weiterhin, nur weniger als die auf der linken.

Individuen und InteraktionenüberProzesse und Werkzeuge
Funktionierende Softwareüberumfassende Dokumentation
Zusammenarbeit mit dem KundenüberVertragsverhandlung
Reagieren auf VeränderungüberBefolgen eines Plans

Die 12 Prinzipien hinter dem Agilen Manifest

Die vier Werte des Manifests werden durch zwölf konkretere Prinzipien gestützt.

1

Höchste Priorität: den Kunden durch frühe und kontinuierliche Auslieferung wertvoller Software zufriedenzustellen.

2

Heißt Anforderungsänderungen willkommen, selbst spät in der Entwicklung.

3

Liefert funktionierende Software regelmäßig — alle paar Wochen statt alle paar Monate.

4

Fachexperten und Entwickler müssen während des gesamten Projekts täglich zusammenarbeiten.

5

Baut Projekte um motivierte Personen herum. Gebt ihnen das Umfeld und die Unterstützung, die sie brauchen.

6

Die effizienteste Art, Informationen zu übermitteln, ist das direkte Gespräch.

7

Funktionierende Software ist das wichtigste Fortschrittsmaß.

8

Agile Prozesse fördern nachhaltige Entwicklung — ein Tempo, das das Team dauerhaft halten kann.

9

Kontinuierliches Augenmerk auf technische Exzellenz und gutes Design fördert Agilität.

10

Einfachheit — die Kunst, die Menge nicht getaner Arbeit zu maximieren — ist essenziell.

11

Die besten Architekturen, Anforderungen und Entwürfe entstehen durch selbstorganisierte Teams.

12

In regelmäßigen Abständen reflektiert das Team, wie es effektiver werden kann, und passt sein Verhalten entsprechend an.